
Ich denke in Räumen, weil das Leben mehrdimensional ist. Nicht alles spielt im Kopf, nicht alles im Außen – und nichts wirkt für sich allein. In meinen Denken in Räumen verbinden sich Wissen, Erfahrung und Intuition – für mehr Klarheit, Orientierung und Selbstkontakt.
Schon früh haben mich Menschen fasziniert. Nicht unbedingt, weil ich sie verstehen wollte. Sondern weil ich sie sehen wollte. Ich habe gerne beobachtet, zugehört und wahrgenommen, wie unterschiedlich Menschen leben, denken, fühlen und ihren Platz in der Welt finden.
Gleichzeitig hat mich immer beschäftigt, wie Menschen sich ihr Leben aneignen. Wie sie Räume gestalten, Beziehungen leben, Entscheidungen treffen und ihren eigenen Ausdruck finden. Schon als Jugendliche habe ich gerne mein Zimmer verändert und gestaltet. Nicht aus Interesse an Einrichtung allein, sondern weil mich die Frage bewegt hat, wie Menschen sichtbar machen, wer sie sind und wie sie leben möchten.
Im Laufe meines Weges kamen viele Themen hinzu: Psychologie, Frauengesundheit, Körperwahrnehmung, Wohn- und Architekturpsychologie. Lange erschienen diese Interessen sehr unterschiedlich. Erst später wurde mir bewusst, dass sie alle um dieselbe Frage kreisen:
Wie finden Menschen einen stimmigen Platz in ihrem Leben?
Mit der Zeit wurde mir klar, dass wir uns nicht nur durch äußere Räume bewegen. Wir leben auch in inneren Räumen, in unserem Körper, in Beziehungen und in den Umgebungen, die wir gestalten und bewohnen.
Besonders in der Arbeit mit Frauen wurde sichtbar, wie eng diese Räume miteinander verbunden sind. Frauen gestalten oft mit großer Selbstverständlichkeit die Räume um sich herum – Wohnungen, Familienräume, Arbeitsräume oder soziale Räume. Gleichzeitig erleben viele, dass die eigenen Bedürfnisse, Wünsche oder Grenzen weniger Raum bekommen.
Aus dieser Beobachtung entstand das Vier-Räume-Modell.
Der Innere Raum umfasst Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse, Werte und den Kontakt zu sich selbst.
Der Körperraum beschreibt die Verbindung zum eigenen Körper, zur Gesundheit, zu Empfindungen und körperlichem Erleben.
Der Beziehungsraum umfasst alle Arten von Beziehungen und wie wir sie gestalten – zu anderen Menschen, aber auch zu uns selbst und zu gesellschaftlichen Erwartungen und Rollen.
Der Außenraum beschreibt die Räume, in denen wir leben, wohnen und arbeiten, sowie die Frage, wie unsere Umgebung unser Wohlbefinden beeinflusst und wie wir sie aktiv gestalten.
Die vier Räume lassen sich nicht voneinander trennen. Veränderungen in einem Raum wirken oft auf die anderen Räume. Das Modell lädt dazu ein, die verschiedenen Räume des eigenen Lebens wahrzunehmen und sich immer wieder zu fragen:
Wo habe ich Raum? Wo verliere ich Raum? Und was brauche ich, damit mein Leben sich stimmig anfühlt?