Love it, change it or leave it

matthias-cooper-tiZwKm6k44Y-unsplash

In einem Punkt wird der Spruch „Love it, change it or leave it“ häufig missverstanden. Denn: it always starts with: LOVE. Die Möglichkeit, Dinge bzw. Umstände bewusst lieben zu lernen, wird oft übersehen. Wir interpretieren den Spruch dann so, dass wir etwas einfach ohne Aufwand lieben sollen – „love it“. Ist das nicht der Fall, können wir etwas ändern – „change it“ – oder hinter uns lassen – „leave it“. Fest steht: diese drei Handlungsoptionen stehen uns immer – auch in Kombination – zur Verfügung. Egal, ob wir uns mit kleineren Entscheidungen herumschlagen oder größere Lebensbereiche einer Analyse unterziehen.

 

„Love it“ – Veränderungen im Innen

Ein erster Schritt kann immer darin bestehen, zu prüfen, ob Ihr eine Situation oder ein Umstand nicht vielleicht doch lieben werden könnt. Ich übersetze „lieben“ auch gerne mit „wohlwollend annehmen“, da es so für meine Gesprächspartner*innen oft besser greifbar und praktikabler klingt. Dinge schön zu reden ist damit nicht gemeint. Es geht um ein Hinterfragen, ob wir Dinge möglicherweise negativer sehen, als sie sind, welchen positiven Aspekten wir derzeit keine oder zu wenig Beachtung schenken, und ob unsere Situation von einem anderen Blickwinkel betrachtet vielleicht doch erfüllend sein kann. Psycholog*inen und Therapeut*innen lernen im Laufe Ihrer Ausbildung und Arbeit unterschiedlichste Tools kennen, um gemeinsam mit ihren Klient*innen an Einstellungen und Sichtweisen zu arbeiten und Möglichkeitsräume zu schaffen, in denen sich ihre Klient*innen befreiter und erfüllter bewegen können.

 

„Change it“ – Veränderungen im Außen

Wenn „love it“ nicht funktioniert, können wir nach Möglichkeiten suchen, etwas an unserer Situation zu verändern. Manchmal sind es kleine Rädchen, die wir drehen müssen, um die Situation ins Positive zu verändern. Manchmal braucht es mehr Kreativität und Aufwand. Bastelt Euch auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für Eure Situation passende Fragen zusammen, die mit „Wenn …“beginnen und mit „…was mache ich anders? Wie genau? Warum/aus welchem Grund und wozu/mit welchen Ziel?“ enden. Ein Beispiel: „Wenn ich keine Unsicherheit verspüre in Bezug auf das Bewertet-werden durch andere, was mache ich anders? Wie genau? Aus welchem Grund und mit welchem Ziel?“

 

Grenzen – annehmen und setzen.

Tobt Euch beim Suchen nach Möglichkeitsräumen für Veränderungen aus und setzt Euch beim Phantasieren zu Beginn der Übung keine Grenzen. Die kommen früh genug. Und wenn sie kommen, fragt Euch, ob sie tatsächlich existieren oder ob Ihr vielleicht selbst etwas mit der Grenzziehung zu tun habt. So entsteht sowohl eine buntere Auswahl an mehr und weniger realistischen Veränderungsoptionen als auch die Möglichkeit, selbst gezogene Grenzen zu identifizieren und  zu verändern.

 

Oft reicht die Beantwortung einer Frage, um mehr Klarheit und Selbstbewusstheit zu erlangen. Dazu ist es notwendig, die Frage mit allen Unterpunkten spielerisch zu beantworten. Das Was und Wie könnt Ihr in den buntesten Farben ausmalen. Das Warum und Wozu geben Euch Hinweise, auf welcher Basis eine Umsetzung aufbauen kann bzw. was das Ziel hinter Euren fiktiven Handlungen ist. Mit dieser Methode kommt Ihr Euren wahren Bedürfnissen auf die Spur, ebenso wie den Dingen, die Euch wirklich erfüllen.

 

„Leave it“ – vermeintlicher Alleskönner? Worst-Case-Szenario? Oder einfach: eine wichtige Option.

Für manche stellt das Verlassen von wenig erfüllenden Situationen die Option dar, die am leichtesten gangbar ist. Sei es in Bezug auf Beziehungen, den Arbeitsplatz oder die Freizeitgestaltung. Kurz ausprobieren und beim ersten Anzeichen von Nichtgefallen: Verlassen. Ob diese Vorgehensweise auf Dauer erfüllend ist, stelle ich in Frage, mache dies jedoch nicht zum Thema des heutigen Beitrags.

Für diejenigen, für die die beiden ersten Optionen keine zufriedenstellenden Lösungen liefern: beendet, was auch immer es zu beenden gilt. Diese Option verlangt Mut, Kraft, Akzeptanz und Eigenverantwortung. Oft halten wir an etwas fest und haben Angst davor, wirklich loszulassen. Aus welchen Gründen auch immer. Wenn wir aber vieles probiert haben und immer noch unglücklich sind, stellt ein Ende oft die beste Lösung dar. Und vielleicht fragen wir uns danach sogar, warum wir uns nicht viel früher über diese Hürde gewagt haben.

 

Sparring-Partner*in einspannen

Es ist nicht immer leicht, sich darüber im Klaren zu sein, was genau man möchte und was man bereit ist zu tun. Sowohl „love it“ als auch „change it“ und „leave it“ brauchen Energie. Alle sind mit Arbeit und meist mit dem Verlassen einer Komfortzone verbunden. Wenn ich mich für eine der drei Varianten entscheide, heißt es, dieser Entscheidung auch Taten folgen zu lassen. Wenn wir einmal nicht mehr weiter wissen oder uns in einer Situation zu sehr verstrickt erleben, ist es ratsam, sich einem Experten oder einer Expertin anzuvertrauen. Oft merken wir alleine durch das Erklären und Aussprechen oder durch das Beantworten von Rückfragen, welche Möglichkeit wir priorisieren und was wir bereit sind zu tun – oder auch nicht.

 

 

Das beste kommt zum Schluss…

Wisst Ihr, was besonders toll an dem Spruch „Love it, change it or leave it“ ist? Er kann immer und überall angewendet werden, ohne besondere Vorbereitungen oder speziellen Anlass. Ihr braucht also gar keinen Jahreswechsel, um frustrierende oder wenig erfüllende Situationen mit anderen Augen sehen zu lernen, zu verändern oder hinter Euch zu lassen. Ihr braucht keinen ausgefeilten Jahresplan, um damit zu beginnen, Euer Leben eigenverantwortlich ein wenig mehr nach Euren Vorstellungen zu gestalten. Es beginnt mit einem ersten, kleinen Schritt – und zwar nicht morgen, sondern einfach in dem Moment, indem Ihr feststellt, dass es so nicht weitergehen soll. Denn:

„Heute ist schließlich das Morgen von Gestern.“

 

Ich freue mich schon sehr auf gemeinsame Stunden mit Euch und all Euren Anliegen rund um die Themen Weiblichkeit, Wirkung und Wohlbefinden im neuen Jahr! 

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by Matthias Cooper on Unsplash

0 Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

code

Impressum | Datenschutz   © 2021 fem.me  e.U.

Log in with your credentials

Forgot your details?