Rollenvielfalt – Rollenreduktion

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Rollen bieten die Möglichkeit, uns in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich zu verhalten. Das hat nichts mit Inkonsistenz oder fehlender Athentizität zu tun. Unterschiedliche Rollen, Lebensphasen und Umgebungsbedingungen erfordern unterschiedliche Qualitäten und Eigenschaften. Wenn es für uns beispielsweise hilfreich und sinnvoll ist, Toughness und Geradlinigkeit im Job zu zeigen, heißt das nicht, dass wir diese Seiten in Freundschaften ausleben oder dies im Privatbereich sinnvoll oder angebracht ist.

Viel wichtiger ist es, seine eigenen Rollen von Zeit zu Zeit zu reflektieren, zu erkunden, welche Rollen wir überhaben und welche besonderen Qualitäten diese Rollen für uns ausmachen. Wir stellen selbst fest und entscheiden, in welchen Rollen wir uns wohlfühlen und weshalb. Wenn wir merken, dass wir bestimmte Rollen übergestülpt bekommen, die nicht zu uns passen, besteht Handlungsbedarf. Ob es nun bedeutet, eine Rolle abzulegen oder sie anders zu gestalten, liegt in unserem eigenen Ermessen. In jedem Fall haben wir die Möglichkeit, unsere Qualitäten, Eigenschaften und Wirkung in diesen Rollen zu überdenken und zu verändern.

 

Rollenreduktion

Manche Personen werden uns nie in all unseren Rollen und mit all unseren Eigenschaften und Qualitäten erleben. Sie haben einen gewissen Ausschnitt von uns zur Verfügung, über den Sie sich ein Bild von uns machen. Beispielsweise bekommt die*der Vorgesetzte die Rolle als Mitarbeiter*in zu Gesicht und die*der Kindergartenpädagog*in die Mutterrolle. Alle Qualitäten, die wir in anderen Rollen zusätzlich mitbringen, bleiben ihnen verborgen. Das darf auch sein.

Wichtig ist, dass wir wissen, was wir alles sein können, und wie wir unsere Rollen ausleben und erfüllen wollen.

 

Facetten der Weiblichkeit

Genauso ist es mit den Facetten unserer Weiblichkeit, die wir nicht alle in jeder Rolle einarbeiten. Wir bestimmen selbst, welche unserer als weiblich erachteten Qualitäten wir im Job einsetzen, welche in der Kindererziehung und welche in der Partnerschaft.

 

„Ich fühle mich einfach nicht mehr weiblich, als Frau wahrgenommen.“ Diesen Satz höre ich häufig von Frauen in langjährigen Beziehungen und vor allem dann, wenn zu einer Partnerschaft eine Elternschaft hinzukommt. Dies geschieht häufig, wenn wir selbst uns selbst auf eine einzige Rolle reduzieren. Es macht Sinn, dies zum Anlass zu nehmen, um zu klären, welche Qualitäten, die unsere Weiblichkeit ausmachen, wir in bestimmten Rollen nicht leben. Mutterschaft gilt als typisch weibliche Rolle und dennoch fehlt vielen Frauen in der Phase mit kleinen Kindern das Gefühl, weiblich zu sein. Dazu führen häufig beispielsweise ein Mangel an Selbstfürsorge, Sinnlichkeit, dem Eindruck nicht begehrt zu werden. Das Erkennen der fehlenden Qualitäten bedeutet den ersten Schritt, an deren Erfüllung zu arbeiten und künftig besser auf diese Bedürfnisse zu achten.

 

Wichtig ist zu lernen, nachsichtiger mit sich selbst zu sein. Nicht immer ist es wichtig, alles zu zeigen, was wir zu bieten haben, um dennoch voll und ganz „ICH“ zu sein. Vielmehr geht es darum, für uns selbst zu wissen, welche Eigenschaften, Qualitäten und Kompetenzen wir besitzen und sie, wenn es für uns stimmig ist, auszuleben.

 

Facetten integrieren

Es macht Sinn, die Kompetenz, das Selbstvertrauen, das Wohlbefinden aus bestimmten Rollen in andere Rollen zu integrieren, in denen wir uns nicht ganz wohl fühlen.

  • In welchen Rollen fühle ich mich am wohlsten? Was bereitet mir in einer Rolle Wohlbehangen? Wie kann ich das in eine andere Rolle integrieren? Will ich das überhaupt?
  • Was bin ich bereit, anderen zu zeigen und wie wichtig ist es, dass ich von jedermann in allen meinen Rollen gesehen werde? Ist es besser, anzunehmen, nicht von jedem in meiner ganzen Vielfalt gesehen zu werden?

 

Wichtig ist die eigene Vielfalt zu kennen und sich in allen Rollen möglichst wohl zu fühlen. Wenn wir erkennen, dass gewisse Rolle nicht mehr zu uns passen, stellt sich die Frage, ob und wie wir diese künftig ablegen. Wenn wir das nicht wollen, gilt es herauszufinden, wie wir das Beste aus dieser Rolle machen. Love it, change it, leave it.

 

Wir begegnen uns selbst und anderen viel gelassener und gehen mit bestimmten Situationen besser um, wenn wir uns in uns wohlfühlen und manche selbst empfundenen Rollenmankos akzeptieren.

 

„Ich muss nicht alles zeigen, was ich habe, um alles zu sein, was ich bin.“

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by Tai’s Captures on Unsplash

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