Veränderung gestalten

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Jede Realisierung beginnt mit dem ersten Handgriff. Neue Gewohnheiten sind dabei wie die vorsichtigen Handgriffe, die wir machen, wenn wir etwas zum ersten Mal ausprobieren. Wir müssen Sie wiederholen und immer ein wenig anpassen, bis sie uns in Fleisch und Blut übergehen. Wer Tag für Tag auch nur einen einzigen Handgriff tut, um das eigene Zukunftsbild Wirklichkeit werden zu lassen, erreicht auf lange Sicht sehr viel.

Gewohnheiten gestalten dabei nicht nur maßgeblich unseren Alltag, sondern auch unser wahrnehmbares Wesen, unsere Identität.

 

Ihr verspürt Unzufriedenheit, Erschöpfung, Frust, fühlt Euch in Eurer Haut nicht mehr wohl oder habt den Eindruck, nur mehr dahinzuleben anstatt Euer Leben erfüllend zu gestalten?

In meinem Artikel „love it, change it or leave it“ habe ich diese „großen Drei“ in Bezug auf das Annehmen oder Verändern von Situationen und Gegebenheiten vorgestellt. Wenn Ihr zu dem Schluss kommt, dass Ihr etwas ändern wollt, empfehle ich folgende Herangehensweise, die ich in meiner Praxis gerne anwende:

  1. Überlegt Euch zuerst, wie Ihr leben, wie ihr sein wollt, z.B. „Ich will ausgeglichen und kraftvoll meinen Alltag gestalten.“
  2. Überlegt Euch, wie Ihr dorthin kommt bzw. welche Gewohnheiten es braucht, um eine Person zu sein, die sich diesen Wunsch bereits erfüllt hat. Fragt Euch, welche alltäglichen Handlungen und Gedanken Euch glücklich machen und erfüllen, Euch näher an Euer Wunschbild heranbringen. Und welche ihm im Wege stehen. In unserem Bespiel könnte sich das so anhören: „Eine solche Frau muss gut für sich sorgen, die eigenen Bedürfnisse kennen, achten und für deren Erfüllung einstehen. Sie muss für Ruhe und Pausen sorgen, um ausgeglichen und kraftvoll durchs Leben zu gehen.“
  3. Beweist Euch immer wieder mit kleinen Handlungen, dass Ihr dieser Mensch bereits seid. Wenn ihr z.B. feststellt, dass Ihr ein großes Bedürfnis nach Mußezeit habt, weil Euch dies Entspannung und Kraft bringt, Ihr dem aber aufgrund Eurer vielfachen Anforderungen nicht nachgeht, dann priorisiert solche Kraftpausen und baut Sie so in Euren Alltag ein, wie Ihr andere Dinge einbaut. Und wenn es nicht gelingt, reflektiert, ob Euch das Ziel „eine ausgeglichene und kraftvolle Alltagsgestalterin“ zu sein, tatsächlich so wichtig ist. Denn wenn es das wäre, würdet Ihr entsprechend handeln.

Je mehr Beweise Ihr durch Eure Handlungen für bestimmte Überzeugungen sammelt, desto eher werdet Ihr Euch selbst glauben, dass Ihr schon jetzt „so seid“. In diesem Kontext können wir Identität als wiederholtes Tun und Sein beschreiben. Diese Annahme führt dazu, dass kleine Änderungen wesentlich wichtiger und besser sind als große, denn sonst erkennen wir uns in der anderen bzw. neuen Person nicht wieder, verlieren den Bezug zu uns und leiden mitunter unter dem Eindruck eines Identitätsverlustes.

 

Das kleine Ein-Mal-Eins der Veränderung

Veränderungen und neue Gewohnheiten…

  • müssen zu Euch passen, Euren Bedürfnissen und Eurem Wesen entsprechen.
  • brauchen insbesondere zu Beginn einen offensichtlichen Auslösereiz: bringt ein neues Verhalten mit einer bestimmten Uhrzeit, einem Ort oder einer Tätigkeit in Verbindung und koppelt es am besten an bestehende Gewohnheiten.
  • dürfen mit kleinen Schritten beginnen, Stichwort: Salamitaktik.
  • müssen attraktiv sein und Verlangen auslösen.
  • müssen möglichst einfach umzusetzen sein: z.B. Laufgewand bereits am Vortag herrichten und Laufschuhe neben der Haustür platzieren. Macht unerwünschte Gewohnheiten hingegen möglichst schwer umsetzbar und verbindet sie mit Aufwand: z.B. Handy ausschalten und von der Bildfläche verschwinden lassen, wenn konzentriertes Arbeiten angesagt ist.
  • müssen befriedigend sein.
  • sollen öffentlich gemacht bzw. angekündigt werden, um Selbst- und Fremd-Sabotagen zu vermeiden aber auch um Sparring Partner, Unterstützer und Gleichgesinnte zu finden.

 

Lasst mich wissen, wenn Ihr noch Fragen habt, Euch etwas Wichtiges fehlt oder Ihr in irgendeiner Weise Unterstützung – gerne auch in Form eines Artikels zu einem bestimmten Thema – braucht. Ich habe es bereits letzte Woche erwähnt: geht auf jeden Fall liebevoll und geduldig mit Euch um. Denn Gewohnheiten entstehen nicht von einer Minute auf die andere und sind auch ebenso wenig von einer Minute auf die andere aufgedeckt, zugeordnet und verändert. In diesem Sinne: viel Neugier, Freude und Geduld beim Ausprobieren der vorgestellten Herangehensweisen!

Kommende Woche gibt’s endlich wieder ein tolles Interview mit der Prokrastinations-Expertin Frau Mag.a Christina Beran zum Thema „Aufschieberitis“ – unbedingt reinlesen!

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by Danielle MacInnes on Unsplash

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