Veränderung wirkt…

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Weiterentwicklung und Veränderung vollziehen sich in allen Lebensbereichen – manchmal erwünscht, bewusst herbeigeführt und erwartet, manchmal aber auch irritierend, überfordernd und wenig willkommen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Weiblichkeit, dem Frau-Sein und femininen Anteilen ist nicht anders. Jede*r, die*der sich mit sich selbst, den eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Rollen, Anforderungen usw. beschäftigt, entwickelt sich dadurch weiter. Egal, ob dabei das Lesen entsprechender Literatur, Seminare, Gruppenerfahrungen, Podcasts, private Gespräche oder/und therapeutische Settings die Entwicklung anregen. Manchmal bleiben bestimmte Aussagen oder Sätze hängen und wirken nach. Manchmal sagen uns bis dahin unbekannte Konzepte zu, manchmal machen wir Erfahrungen bei Übungen, die uns das, was wir denken, fühlen, (er)leben von einem anderen Blickwinkel betrachten lassen.

All das bedeutet Veränderung. Veränderung ist weder punktuell noch isoliert noch statisch. Sie wirkt immer auf unser Umfeld und provoziert Reaktionen – insbesondere von Personen, die uns besonders nahe stehen, denn sie betrifft unsere Weiterentwicklung direkt. Damit bedeutet unsere Weiterentwicklung und Veränderung immer auch Veränderung für andere. Ob sie Weiterentwicklung im Sinne eines Miteinander und aneinander Wachsens für unsere Gegenüber bedeutet, können wir nicht selbst entscheiden.

 

Reaktionen wie „Was soll das denn jetzt?“, „Du bist doch sonst immer…“, „Also noch vor einem halben Jahr hast du…“ oder „Bist du jetzt etwa eine …“ deuten meist auf die Verunsicherung unseres Gegenübers hin, wenn sich unsere Ansichten, Meinungen oder auch Verhaltensweisen aufgrund der Auseinandersetzung mit unseren Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen verändern und nicht mehr vollständig in bekannte Muster einordnen lassen.

 

 

Schubladen gehören der*dem anderen

Nein, das heißt nicht, dass ich keine Schubladen habe. Ich kenne meine eigenen, bin offen, neue Schubladen zu entdecken und halte sie offen. Vielleicht habe ich eher so etwas wie ein Kallax-Regal: umgestaltbar und nicht für die Ewigkeit. 😉 Wenn ich selbst in eine Schublade gepackt werde, dann lasse ich das mittlerweile meist geschehen. Nicht, weil ich mich wohl damit fühle, sondern weil ich weiß, dass die Schubladen anderer nicht meine Lebenswelten sind. Sie dient der*dem „Schubladenstecker*in“ dazu, sich ihre*seine Welt zu erklären oder zu vereinfachen – nicht meine zu gestalten.

 

 

Veränderung gestalten

Diesem Thema habe ich dieses Jahr bereits einen eigenen Artikel gewidmet, an den ich mit dem folgenden Gedanken anschließe. Veränderung braucht Zeit, Geduld und Beharrlichkeit. Nicht nur für/bei Euch selbst, sondern für alle Personen, die davon betroffen sind. Wenn ihr neue Facetten an Euch entdeckt, alte nicht mehr zu Euch passen, Ihr eingefahrene Verhaltensweisen ändern wollt: ausprobieren geht über studieren. Erst wenn wir diesen Schritt wagen, sehen wir, was er bewirkt – bei uns und bei anderen.

 

Gemeinsam gehen

Ein kleiner Impuls zum Schluss: gemeinsam durchs Leben gehen bedeutet, dass zumindest zwei Personen miteinander in dieselbe Richtung gehen. Es bedeutet nicht, dass das immer aneinandergequetscht, ohne kleine Umwege, Planänderungen, Entwicklungen oder Pausen geschieht. Wichtig ist, dass bei jeder einzelnen Person ALLES mitgehen darf. Sonst bleiben Teile ebenso auf der Strecke wie wahrhaftes Miteinander. Raum nehmen und Raum geben – so ist ein gemeinsames Gehen erfüllend, freudvoll, aufregend und abwechslungsreich.

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by Gift Habeshaw on Unsplash

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