Wahrnehmen, was ist

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Dingen Raum geben, die für uns selbstverständlich geworden sind

Wenn sich etwas wiederholt direkt vor unseren Augen, in Hör- oder Reichweite befindet und wir nicht dafür sorgen, dass wir es immer wieder bewusst sehen, hören oder begreifen, dann haben diese Dinge keine Chance (mehr) uns Freude und Genuss zu schenken. Wir sollen uns gestatten, das wahrzunehmen und wertzuschätzen, was wir bereits haben und zu genießen, was beinahe selbstverständlich ist. Ich spreche da gar nicht vom Führen von Dankbarkeitstagebüchern oder ähnlichem, sondern einfach davon, ab und zu den Blick, das Gehör und den Tastsinn frei zu machen von den Erinnerungen, um alles um sich herum für ein paar Augenblicke bewusst und wie zum ersten Mal wahrzunehmen. Nichts ist selbstverständlich. Weder das knackige Gemüse im Kühlschrank, die wuchernde Grünlilie im Hängetopf, das erfrischende Glas Wasser, das dekorative Bild an der Wand oder das unterhaltsame Gespräch mit der Nachbarin vor der Eingangstür.

 

Greifbare Veränderungen

Es gilt den Dingen, die sich bereits mit uns im Raum befinden, auch dann Aufmerksamkeit schenken, wenn es darum geht, Dinge anzupacken oder zu verändern. Viele suchen eine Flucht nach vorne oder nach außen, indem sie Dinge anpacken, gestalten und beginnen, die in weiter Ferne liegen. Ich meine hier nicht nur dingliche Gegebenheiten, sondern beispielsweise auch Beziehungen oder Lebensumstände. „Ein Sprung in die Selbstständigkeit. Genau, das könnte die Lösung sein für den Frust, den ich in meiner Beziehung und meinem Angestellten-Verhältnis habe.“ Ist dem wirklich so? Lösen sich dadurch vorhandene Herausforderungen auf? Manchmal ist ein Sprung in etwas vollkommen Neues und damit aktuell weiter Entferntes ein Versuch, naheliegenden Problemen zu entfliehen. Nähe bedeutet immer auch Verletzlichkeit. Wenn wir die Dinge in unserer Nähe nicht so arrangieren, dass sie zu unserem Wohlfinden beitragen bzw. diesem zumindest nicht im Wege stehen, dann liegen sie zwischen uns und den Dingen, die außerhalb der direkten Seh-, Hör- und Greifweite liegen. Sie bremsen und blockieren, wie ein unsichtbarer Stolperdraht oder eine Leine, die einen festhält, ungeachtet der Bemühungen und Anstrengungen. Alles leichter gesagt als getan, denn es braucht schon eine Portion Mut, solche Dinge anzugehen, denn es kann zu deutlichen Veränderungen kommen, wenn teils jahrelange Beziehungen, Freundschaften und alltägliche Lebensumstände bewusst betrachtet werden und sich herausstellt, dass sie so, wie sie gerade sind, nicht mehr zum Wohlbefinden und zur persönlichen Entwicklung beitragen. Ich habe einen Artikel zum Thema lieben, verändern oder loslassen geschrieben, der ein paar Anregungen enthält.

 

Wenn Ihr Euren Blick vom Bildschirm hebt und Euch genau jetzt dort umseht, wo Ihr gerade seid: was entdeckt Ihr, das Euch gefällt und Ihr schon lange nicht mehr bewusst wahrgenommen habt oder vielleicht überhaupt nicht wahrgenommen hättet?

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by Bud Helisson on Unsplash

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