Wie komme ich zu „meiner Weiblichkeit“ – von Stereotypen und Rollenbildern

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Stereotype sind weit verbreitete Vorstellungsbilder, die sozial geteiltes Wissen über Merkmale von Dingen oder Personen enthalten. In Bezug auf Frauen und Männer nennt man diese konkreter Geschlechterstereotype. Dieses „Alltagswissen“ ist eine Verbindung aus Zuschreibungen, die tief in unserer Gesellschaft eingebettet sind und solchen, die wir selbst im Laufe unseres Lebens erlernen. Sie können sowohl deskriptive, also beschreibende Anteile umfassen (Annahmen darüber, wie sich Frauen und Männer verhalten, wie diese SIND) als auch präskriptive, also vorschreibende Anteile (Aussagen darüber, wie Frauen und Männer sein und sich verhalten SOLLEN).

Stereotype sind eng verwandt mit Rollenbildern, also bestimmten Erwartungshaltungen gegenüber Personen, die eine bestimmte Rolle inne haben (z.B.: Managerin, Mutter, Geliebte, Wissenschaftlerin,…).

Welche Rollen wir innehaben und mit welchen Zuschreibungen und Erwartungen wir dadurch konfrontiert werden – von anderen und nicht seltener von uns selbst – verändert sich im Laufe unseres Lebens. Stereotype, die uns aufgrund unseres Frau-Seins (im biologischen Sinne) begegnen, sind dagegen relativ (lebenszeit)stabil.

 

Wir alle tun es doch… 

Für wen von Euch haben die Begriffe Stereotype und Rollenbilder einen eher negativen Beigeschmack? Vielen von uns geht es nämlich so: wir wollen weder in Schubladen gesteckt werden noch uns selbst dabei ertappen, dass wir andere in ebensolche stecken. Doch in Wirklichkeit haben diese Schubladen einen Sinn: sie sollen die Komplexität der Welt reduzieren und es uns ermöglichen, uns in dieser zu orientieren. Und deshalb nutzen wir sie, alle.

Wichtig im Umgang mit diesen ist, dass Ihr Stereotype, Rollenzuschreibungen und Vorurteile als solche erkennt. Dann habt Ihr die Chance, sie anlassbezogen anzunehmen, anzuwenden, zu überdenken oder aber auch ziehen zu lassen. Stereotype und Vorurteile können, müssen aber nicht zutreffen.

 

Der Vorteile von Stereotypen und Rollenbildern

Neben der Funktion einer Orientierungshilfe in unserer komplexen Welt können Stereotype ausgezeichnetes Ausgangsmaterial sein, um die eigene Weiblichkeit für uns selbst klarer sichtbar zu machen. Wenn Ihr mit dem Fokus Weiblichkeit Bilder auftauchen und Sinneseindrücke wirken lasst (hier geht’s zu den entsprechenden Beiträgen inkl. Übungsanleitungen), kommt Euch vermutlich bereits das ein oder andere Stereotyp unter. Vielleicht taucht vor Eurem inneren Auge das Bild Eurer Freundin auf, die mit Kochschürze vorm Ofen steht und eine wunderbar duftende Quiche in den mit blumigen Ofenhandschuhen geschützten Händen hält. Oder auf der Suche nach weiblichen Sinneseindrücken im Außen begegnet Euch die sanfte, angenehme Stimme einer Vortragenden, die Euch gerade mit der Kombination aus Wohlwollen und Leidenschaft Ihr Herzensthema näher bringt.

Küchenfee und Sanftheit im Beruf – zwei Stereotype, die durchaus Zustimmung in uns auslösen können und gleichzeitig oft abgetan werden. Warum ist das so?

 

Stereotype im Berufskontext

Insbesondere im beruflichen Kontext begegne ich vielfach Frauen, denen es (zumindest) unangenehm ist, solche klischeehaften Bilder von Frauen und Weiblichkeit zu malen. Bilder, die sie durchaus ansprechend finden, denen sie am Arbeitsplatz allerdings nicht entsprechen möchten, da sie keinesfalls als „zu weiblich“ angesehen werden wollen, um nur ja keine Kompetenzen abgesprochen zu bekommen. Ein riiiiiiesen Thema, dem ich in dem heutigen Beitrag leider nicht gerecht werden kann. Nur zwei Dinge dazu:

  • Ein erfülltes, authentisches Leben und damit auch Arbeiten, bedeutet, sich mit allen Facetten zu kennen und diese auch („situationsvariabel“) zeigen zu können. Wenn Euch Weiblichkeit wichtig ist, werdet Ihr bessere Erfolge erzielen, wenn Ihr diese nicht andauernd unterdrücken müsst. Das kostet Energie, macht Druck, hindert an ganzheitlichem Einsatz, macht auf Dauer unglücklich.
  • Es kommt aktuell zu einem Wandel von Führungsbildern. Sog. weibliche Eigenschaften (Wärme, Kommunikationsfähigkeit, Verständnis, Empathie,…) sind auf dem Vormarsch. (Mehr dazu in naher Zukunft in einem extra Beitrag.)

 

Damit wir Stereotype und Rollenbilder möglichst alltagsnah anwenden können, hier meine Bitte: schickt mir im Laufe der nächsten zwei Wochen alle Klischees in Bezug auf Frauen und Weiblichkeit, die Euch einfallen oder auch betreffen. Dann kann ich diese gleich in eine Übung einfließen lassen. Gerne per Mail: office@fem-me.com oder via Instagram / Facebook. Ich freu mich auf Euren Input!

Nächste Woche geht’s aber noch um den Umgang mit Vorurteilen von Außen – außer ich hab‘ keine Lust, den Beitrag zu posten, weil ich Mutter von Kleinkindern und somit arbeitsfaul bin (na, wer kann erraten, welches Beispielklischee ich unter anderem heranziehen werde? ;-)).

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

 

Photo by Adam Winger on Unsplash

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