„Zukunftsbild-Verwirklichungs-Verhinderern“ auf der Spur

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Ein klares, starkes und erfüllendes Zukunftsbild hilft, sich immer wieder vor Augen zu führen, WAS wir wirklich wollen und WARUM. Wie wir ein solches innerfülltes Bild für uns kreieren können, habe ich im Artikel über genussreiche Zukunftsbilder mit viel „Warum“ bereits erläutert.
Doch was, wenn dieses Bild einfach nicht auftauchen will? Ich verlinke Euch hier einen Artikel über das Finden von Leidenschaften von meiner Blogger-Kollegin Julia, die in diesem ein paar Fragen zusammengetragen hat, die uns auf der Suche nach unserem großen Ganzen helfen können.

Dennoch ist es keine Seltenheit, dass wir zwar Zukunftsbilder mit Ideen und Vorstellungen von unserem zukünftigen ICH haben, diesem aber einfach nicht näherkommen. Im heutigen Artikel gebe ich Impulse über mögliche Gründe, die uns auf der Suche nach unseren „Zukunftsbild-Verwirklichungs-Verhinderern“ weiterhelfen können. Und da es davon jede Menge gibt, führe ich diese Gedankenspiel kommende Woche fort.

 

#1 Wir sitzen unreflektierte Stereotypen und Rollenbildern auf
Ich habe bereits drei Beiträge zu diesem Thema verfasst und greife es heute wieder auf. Diesmal im Zusammenhang mit unseren Zukunftsbildern und hier speziell auf das Bild, das wir von uns als Frau haben. In kaum einem anderen Kontext ist es so wichtig, sein Selbstbewusstsein zu stärken – und ich meine es auch hier wieder in dem wörtlichen Sinne des Sich-seiner-selbst-bewusst-seins. Welche Wunschvorstellung und damit möglicherweise formulierten Ziele und Visionen darüber wer und wie ich ein will, entsprechen wirklich den eigenen Bedürfnissen und Wünschen, und welche haben wir möglicherweise unreflektiert übernommen? Letztere können auf vielerlei Weise das Wohlbefinden und das Erleben von Erfüllung drücken oder gar blockieren, und damit auch unserer Außenwirkung schwächen.

Ein erster Schritt zum Erkennen fremder Anteile an unseren Zukunftsbildern ist die Suche nach dem zugrundeliegenden Warum bestimmter Vorhaben (5-Why-Methode) sowie das kritische Reflektieren, wo und bei wem bestimmte Vorstellungen darüber, wie wir sein wollen – oder „sollen“ -, Ihren Ursprung haben könnten, z.B. im Berufskontext, dem Freundeskreis, in der Gesellschaft, bei den Eltern oder in sozialen Netzwerken. In vielen Fällen hilft hier das Arbeiten mit Expert*innen.

 

# 2 Wir überschätzen die Gewichtung bestimmter Ziele
Ich habe in meinem Artikel über Zukunftsbilder ausgeführt, dass unsere Vision die „bildhafte“ Summe unserer Ziele ist. Manchmal mischen sich in unsere Visionen auch Ziele, deren Stellenwert wir selbst überschätzen. Dies sollten wir besonders dann mitdenken, wenn wir ein Vorhaben schon lange Zeit im Auge haben, aber nicht ins Handeln kommt. Wenn es nicht an einer generellen Tendenz zum Aufschieben liegt, kann es sein, dass uns ein Ziel einfach nicht wichtig genug ist – was durchaus sein darf. Doch dann macht es keinen Sinn, wenn wir Energie in das Wünschen und darüber Ärgern investieren, dass wir etwas wieder mal nicht umsetzen. In diesem Fall ist es besser, ein Vorhaben – vorübergehend – abzuhaken.

 

Wie formuliere ich Ziele?
Hier ein Blitz-Exkurs für alle, die Ihre Visionen und Ziele gerne in Worte fassen und niederschreiben:
• Formuliert sie SMART, also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.
• Sagt nicht „Ich möchte …machen/ sein.“ sondern „Ich mache/bin … .“. Denn: „Machen ist wie wollen, nur krasser“.

 

#3 Wir wollen zu viel auf einmal
Ich bin mir sicher, dass viele von Euch jetzt „Hier“ rufen. In diesem Fall gilt ganz besonders: priorisieren und reduzieren! Wer zu viel auf einmal will, wird kaum etwas umsetzen. Multitasking funktioniert nicht. Je mehr Projekte wir gleichzeitig bespielen, desto weniger Zeit bleibt für jedes einzelne und desto länger braucht die Umsetzung. Das ist simple Logik, die wir immer wieder versuchen zu verdrängen.
Dabei sehen wir oft auch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und Vorhaben gelingen uns trotz aller Anstrengungen nicht. Vielleicht hat die eine oder andere von Euch Erfahrung mit Puzzles und kennt diese Situation: es kommt der Moment, an dem einfach nichts mehr geht. Verzweifelt suchen wir das eine passende Stück und scheinen vollkommen blind geworden zu sein. Wenn wir uns in solchen Situationen eingestehen, dass es trotz aller Bemühungen und eingesetzter Strategien nicht klappt, können wir zu einem anderen Puzzleausschnitt wechseln und schon geht es wieder dahin. Oder wir machen eine Pause. Meist stoßen wir genau dann auf das fehlende Puzzlestück, das wir vorher so krampfhaft gesucht haben. Genauso ist es manchmal mit dem Verwirklichen bestimmter Vorhaben auf dem Weg zum großen Ganzen.

„Mein Alltag überholt mich“
Wer von Euch kennt den Begriff des Mental Load? Oder das Rushing Woman Syndrom? Zwei alltagsnahe Konstrukte, die ich in meinen Artikeln gelegentlich streife und aufgreife. Denn sie befassen sich damit, welchen Herausforderungen sich viele Frauen im erwerbstätigen Alter gegenübersehen, manchmal ohne das große Ganze mit seinen Risiken und Lösungsansätzen zu (er)kennen. Dies betrifft besonders Frauen, die versuchen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ich spreche aus Erfahrung: es muss ein sehr großer Hut sein. Doch auch große Hüte können Spaß machen, wenn man Sie entsprechend zu tragen weiß – ausbalanciert, mit angenehmer Passform und optisch ansprechend 😉

 

# 4 Wir haben keine Energie
Wie viele von Euch rufen jetzt auch noch „Hier!“? Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen diesen Punkt leicht übersehen und sich nicht eingestehen, dass eben nicht alles auf einmal und ununterbrochen funktionieren kann. Wir überschlagen uns in Rollen und Projekten und verlieren den Halt und die Kraft. Wer sich von diesem Punkt angesprochen fühlt, kann gerne zu diesem Artikel springen: „Vom Tun und Lassen“. Viele kennen vermutlich das Gleichnis mit dem Förster, der sich mit der stumpfen Säge abmüht. Ich fasse den Kern dieses Gleichnisses mit folgendem Satz zusammen:

„TUN braucht ENERGIE braucht RUHE braucht SEIN und LASSEN.“

 

Zwei typische Energieräuber
Plan B. Energie, die wir von unserem Vorhaben auf einen Plan B abziehen, ist Energie, die wir nicht in das Erreichen unserer Vision stecken.
Rückschlägen oder Stillständen zu große Bedeutung beimessen. Wenn etwas nicht wunschgemäß verläuft, ist das kein Grund, alles über den Haufen zu werfen. Hinfallen, aufstehen, Selbstkritikknopf auf „Aus“ stellen, weitergehen. Insbesondere das Üben von destruktiver Selbstkritik scheint eine besondere Fähigkeit von Frauen zu sein – die sie immer erfolgreich anwenden und deren Ergebnis Frust, Scham, Unsicherheit, Wut und Trauer sein kann. Ich denke, dieses Thema bedarf eines eigenen Beitrags, weshalb ich es für heute bei diesen Zeilen belasse.

Nächste Woche geht es weiter mit einigen anderen kleinen und größeren „Zukunftsbild-Verwirklichungs-Verhinderern“, darunter Aufschieberitis, fehlende Ausdauer und Ablenkungen.

 

Alles Liebe,

Eure

Esther

 

Photo by S O C I A L . C U T on Unsplash

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